Freitag, 30. August 2013

Die Frau mit......

.....dem Kopftuch!

Ich habe mir das Einkaufen mit unserem Sommerbaby einfach und für mich als eine kurze Zeit der Ruhe vorgestellt. Von Reihe zu Reihe zu schlendern, einmal nichts vergessen, Schnäppchen packen und eine Stunde für mich zu haben. Mit Constantin dabei ist das alles nicht möglich, denn der geht lieber selber durch die Reihen und füllt seinen kleinen Wagen mit köstlichen Lebensmitteln.

Ja, das hab ich mir gedacht, doch anstatt zu schlafen hat Vienne geweint und anstatt in ihrem Wagen zu liegen, hab ich sie getragen. So hatte ich einen Einkaufswagen, Kinderwagen und ein schreiendes Baby in den Armen unsere Bühne war der Supermarkt mit vielen Zuschauern.

Meine Gedanken waren zahlreich wie zB. "Warum hab ich Isaac nicht mitgenommen, der ist die beste Einkaufshilfe?", "Warum schläft Vienne nicht, es ist doch ihre Schlafenszeit?", "Ich brauche Hilfe, so schaffe ich es nie!", "Wie komme ich nur an der Kassa zurecht?", "Zum Auto?", "Warum gehe ich eigentlich alleine Einkaufen, ich sollte das zusammen mit Meneer van Duin tun!" Die Gedanken schwirrten nur so in meinem Kopf herum und es war für mich schwer die Nerven zu bewahren.

An der Kassa, fragte die Kassiererin, ob ich Hilfe benötige den Einkauf aufs Laufband zu legen. Der Kunde vor mir begann sofort zu helfen. Ich war erleichtert und dankbar. Vienne, die seit Mittwoch, sehr bekannt ist in unserem Stamm-Supermarkt, schrie sich ihr persönliches Publikum zusammen.

"Na, ist die Süß?", "Wie alt ist sie denn?", "So ein schönes Mädchen!", "Die hat bestimmt Hunger!" sagten die verschiedenen Einkäufer beim verlassen des Geschäfts.  Auf einmal kam eine zierliche, ältere, sehr hübsche Frau mit Kopftuch und gab Vienne ihren Schnuller. Sie sprach mit ihr auf eine ganz liebliche Weise. Als ich fertig mit meinen Einkaufstaschen war und mir überlegte, wie ich es jetzt zum Auto schaffe, fragte die Frau mit Kopftuch: "Darf ich Sie zum Auto begleiten?" Sie schickt der Himmel, dachte ich mir und nahm dankend an.

Zuerst musste ich noch etwas erledigen und bat die Frau mit dem Kopftuch bei Vienne zu bleiben. Ich war nicht weit entfernt von den Zweien und sah, wie heftig die Frau den Kinderwagen wippte. So heftig, dass ich dachte, bald fällt Vienne hinaus, doch es wurde stiller. Vienne schrie nicht mehr.
 
"Wenn man keine Hilfe hat, dann schickt Gott die Hilfe, die benötigt wird. Gott hat mich zu Ihnen geschickt und ich helfe gerne!" sagte die Frau mit Kopftuch mit ihrer sanften Stimme.
 
Sie ist eine Großmutter und 5-fache Mutter, kommt aus Afghanistan und ist vielleicht Mitte 60 und sehr, sehr hübsch. Diese liebe Hilfe, hat gewartet, bis das Auto eingeladen war und Vienne verstaut, dann ist sie so schnell verschwunden wie aufgetaucht.
 
Ich bin sehr dankbar für die Hilfe, die mich am Mittwoch im Supermarkt ereilt hat. Dankbar, dass die Frau mit Kopftuch bereit war zu helfen.
 
Insgeheim hoffe ich sie wiederzusehen um mich nochmals bei ihr zu bedanken!
 
Vienne ist mittlerweile 5 Wochen alt. Jeder Tag vergeht so schnell und manche Nächte sind lang. Sie ist so ein entzückendes Kind und ich bin sehr glücklich sie in unserer Familie zu haben.

Kommentare:

  1. Meine geliebte Tochter, ich freute mich sehr deinen Bericht gelesen zu haben. Ja, der Herr lebt und er schaut auf seine Kinder. Es beruhigt mich sehr, dich so gesegnet zu sehen. Ich wünsche dir weiterhin Kraft und Ausdauer für deine wichtige Aufgabe als Mutter und Ehefrau in deiner Familie. Ganz liebe Grüße noch von deinem dich liebenden Vater!

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  2. Danke Papa, dass kann ich alles sehr gut gebrauchen. Denke an Dich und an mein Wien.

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