Samstag, 9. März 2019

Jenn, ...


… eine ganz besondere Frau!

In Nächten wie diese, wo mich der Schlaf verlässt und ich in einen See von Schmerzen tauche, die kein Zauber verschwinden lässt, würde ich manchmal gerne einen Bericht an Jenn schicken und von ihr lesen.

Sie hatte immer etwas  neues, interessantes und aufbauendes in Petto. Ein interessantes Buch, Artikel die sie nicht nur gelesen hat, sondern studiert. Ernährungsweisheiten, die Sinn machten, aromatische Öle, oder ganz einfach nur ihr bezauberndes Lächeln und ihre positive Art.

Als ich Jenn vor Jahren kennenlernte, hat mich ihr strahlendes Wesen beeindruckt, damals Mutter von 5 Kindern und immer unzählige andere Sachen die sie unter einen Hut brachte. Ich weiß noch was ich dachte als ich sie beobachtete, als sie damit beschäftigt war ihre Kinder liebevoll zum leiseren Spielen aufforderte. Wir waren in einer Versammlung, ich weiß gar nicht mehr wo und wann, aber ich dachte mir, "Was für eine Frau!" Ich war damals Mutter von 4 Kindern, schwanger mit Nummer 5 und äußerst beeindruckt.

Beeindruckt, weil sie so anders war. Nun ja, als Amerikanerin in den Niederlanden ist man anders, genauso wie ich als Österreicherin, aber sie war ganz anders. Es machte ihr nichts aus was andere von ihr dachten. Wenn andere um sie herum manchmal die Nase rümpften, sie zog ihr Ding durch. Sei es zum Beispiel ihre vielen Kinder, die manchmal mit laufender Nase, barfuss aber strahlend herumliefen. Jenn brauchte kein besonderes Accessoire, denn ihr Lächeln reichte und die besondere Liebe die man um sie spürte. Sie war immer zur Stelle und hatte immer einen guten Rat, wenn man danach fragte und eine herzliche Umarmung.

Jenn, eine Frau mit großem Glauben an Jesus Christus, dieser Glaube der immer vorhanden war der sie, ihren Mann und ihre Familie gestärkt hat und Alle die mit ihr in Kontakt kamen.

Als sie mir damals erzählte, dass sie Brustkrebs hat konnte ich es nicht glauben. Ich war damals recht geschwächt nach einer meiner Kieferoperationen und den Tränen nahe. Sie war so überzeugt, dass sie es schaffen wird und wie immer hatte sie schon alles recherchiert und somit einen Plan. Einen ganz anderen Plan als die niederländischen Ärzte und um ihren Plan folgen zu können brauchte sie Mut, Geld und Vertrauen in dem Herrn. Ich glaube Jenn, hat nie etwas in ihrem Leben entschieden, ohne im Gebet nachzufragen.

Sie teilte mit mir ihre Liste and Lebensmittel, ätherischen Ölen, empfiel mir Ärzte der alternativen Medizin. Ihre starke positive Art ihren Kampf zu gewinnen ist ein großes Beispiel für mich.

Die Nachricht ihres Todes, hat mir den Füßen unter den Boden weggezogen und tagelang konnte ich an nichts anderes denken als an Jenn, ihre 7 Kinder und an ihren Mann.

Ich hatte noch Ende 2018 für mich entschieden 2019 meinen Zuckerverbrauch auf 0 zu reduzieren. Das ich alles dafür tun werde meinen Entzündungen die Nahrungsgrundlage zu nehmen. Das ich meinem Kiefer die 16 bis 18 Stunden Ruhe einräume und mich an alles halte was mir, so hoffe ich, ein langes Leben beschert und vor allem meine Schmerzen verringert.

So gerne hätte ich ihr davon erzählt, doch ich wusste dass sie eine Operation hinter sich und eine vor sich und dachte, wenn es ihr besser geht dann....

Dazu ist es nicht mehr gekommen und ich vermisse ihren Rat!

Sie hat es nicht geschafft. 

Ich war all die Zeit so davon überzeugt, wenn einer es schafft, dann Jenn. Sie muss es schaffen! Sie hat 7 Kinder, sie kann doch nicht gehen, doch sie ist gegangen. In einer Januarnacht hat der Herr sie zu sich geholt. 

Jenn, wir wollten doch noch Apfelstrudel zusammen essen! 

Sie ist bestimmt einer der ganz fleißigen Engel und wenn ich für ihre Familie bete, dann spür ich, dass alles gut ist, so wie es ist, auch wenn es viel zu Schrecklich ist.

Oh Jenn, I miss you! 

Till we meet again, thanks Jenn


Montag, 11. Februar 2019

Irma's Vermächtnis......


….. wir sind umgezogen!

Seit zwei Wochen leben wir nun schon in unserem "neuem" Zuhause in Barsingerhorn. Eigentlich hausen wir im Moment und wohnen noch nicht, denn ohne den Luxus einer Küche ist es noch nicht so gemütlich und das Abendessen kommt mit sehr viel Raffinesse und Einfachheit auf den Tisch.

Letzte Nacht hat mich ein Gedanke stundenlang wachgehalten und dieser Gedanke war Irma. Immer und immer wieder schoss mir der Name meiner Schwiegermutter durch den Kopf und es hörte nicht auf.

Wären da nicht die zwei Bettgenossen neben mir gewesen, hätte ich sofort einiges im Internet erforscht, doch der Weg aus dem warmen Bett ins kalte Wohnzimmer war mir dann doch zu weit und mein Körper viel zu müde für die nächtliche Wanderung.

Meine Schwiegermutter hatte einen ganz besonderen Wohnstil und im Moment landet so einiges ihrer Schätzen auf dem Müllplatz in einer kleinen Abteilung die Kringloop ( im Kreislauf) heißt, was soviel wie Flohmarkt bedeutet, oder Second Hand.

Mein Herz schmerzt beim Aussortieren dieser langverwendeten Gegenstände, doch es muss Platz geschaffen werden. Meneer van Duin hat es eilig unser wohnen, zwischen unzähligen Umzugskartons, zu einem Zuhause mit seinen flinken Händen zu verzaubern.

Da gibt es nur eine Devise - weg ist weg!

Irma's Vermächtnis steht in der Garage, es sind alte Statuen, Kannen, emaillierte Gebrauchsgegenstände, Jugendstilmöbel, handgemachte afrikanische Holzfiguren aus Kenia, Silber, Kupfer und Unmengen von Wasserkrügen die vor 100 Jahre und länger in jedem Zimmer standen und zur Katzenwäsche verwendet wurden.

Irgendetwas muss mir einfallen!

So hab ich schnell zwischen Mitternacht und 2 Uhr einige Kleinigkeiten auf Marktplaats gestellt und bin überrascht über all die kleinen Anfragen die heute morgen angezeigt wurden. Zum Glück haben wir seit Ende letzter Woche Internet.

In wenigen Tagen ist es ein Jahr her, dass Irma sich so ganz ohne Abschied aus diesem Leben geschlichen hat. Ich denke viel an sie und bin dankbar, dass wir die Möglichkeit hatten ihr Haus zu behalten und nun zu unserem Eigenen machen. 

Der Kreislauf des Lebens





Freitag, 2. November 2018

Zeit........

.........fliegt

Der Sommer ist in einem Wisch verflogen und jetzt sind wir Mitten im Herbst.

Die Sonne lacht durchs Fenster und es scheint recht windig zu sein. 

Ich liebe den Herbst. 

Die Farben, den Regen und auch den Wind, obwohl der hier in den Niederlanden immer zu spüren ist.

Mit dem Bakfiets durch die raschelnden farbenfrohen Blätter zu radeln. Handschuhe und Schal um aber die Sonne kitzelt meine Nasenspitze. Einfach herrlich!

Die sommerlichen Temperaturen waren in diesem Jahr lange zu Gast und ich habe plötzlich ein Gästezimmer, dass immer wieder mal gefüllt wird. Im Moment haben sich aber nur Schulhefte und Bücher am Boden versammelt. Sohn Nr.2 ist im ersten Prüfungstress und ich fiebere mit ihm mit.

Meine Sehnsucht gilt aber meinen zwei Wienerkindern und der schönen Altstadt. In den Parkanlagen der Inneren Stadt war ich viel zu gerne, bin ich doch in diesen Gärten aufgewachsen. Im Herbst auf der Donaulände zu spazieren oder im Prater sich die Beine zu vertreten und die Spielplätze abzuklappern war immer ein schöner Zeitvertreib.

Doch hier ist es auch schön, anders schön! Langsam fühle auch ich mich hier Zuhause in den niedrigen Landen.

In wenigen Wochen werden hier Kisten gepackt und verstaut, immer wieder haben wir Hausbesichtigungen die bis jetzt noch keinen Erfolg gebracht haben. Nein, unser Haus ist noch nicht verkauft ist meine Antwort. Ich sollte mir ein Tonband zu legen. Mit einem kleinen Bewegung des Fingers ist alles gesagt.

Jeden Samstag verbringen wir im Norden Hollands um an unserem neuem Haus mitzuarbeiten. Und das Schöne ist den Herbst im Garten zu sehen. Nächstes Jahr werden wir alle Jahreszeiten in unserem neuem Zuhause erleben. 

Wie schnell doch die Zeit vergeht.

Heute vor 10 Jahren war Sonntag und ich noch in meiner Altbauwohnung im Servitenviertel. 
Heute vor 10 Jahren, hat die Geschichte van Duin begonnen. 

10 Jahre, nicht zu glauben!


Montag, 4. Juni 2018

Mitten im......

.....Ramadan 2018


Ich bin mitten drinnen und hab heute morgen festgestellt, noch 10 Tage. Irgendwie verliere ich den Überblick, denn es fühlt sich so gut an.

Mein viertes mal Ramadan und mit jedem Jahr wird es leichter. Vielleicht aber auch aus diesem Grund, dass ich besser ohne Essen zurecht komme als mit. Die Schmerzen meines Kiefers sind leichter zu ertragen, wenn ich so wenig wie nur möglich kaue. Ich mag keine Flüssignahrung mehr, kauen mag ich und dann noch etwas ganz, ganz Leckeres

Und wieder einmal gibt mir das Fasten Kraft und ich beschäftige mich dieses mal nur mit mir. Ich bin recht zurückgezogen und schaue in mich hinein. Wo stehe ich in diesem Tumult und wie kann ich ruhig bleiben.

Alles was so um mich herumspielt mit unserem Haus in Nord Holland, unser Hausverkauf hier auf Beeckendael, Marie-Louise die im Sommer nach Wien ziehen wird, ihre Abschlussprüfungen die sie letzte Woche beendet hat. Im Moment warten wir auf den 13. Juni, dann wissen wir ob sie durch ist, und diese Woche wird ab Donnerstag des Musical Pippin aufgeführt. Als Mutter lebt man bei all den vielen Dingen immer sehr mit. Das Ausmisten und Einpacken, sowie die Kleinigkeiten des Alltages, die manchmal zu Riesen werden. 

Zu Fasten stärkt mich und Stärke kann ich gut gebrachen!

Ich finde es gar nicht mehr komisch als Christin den Ramadan zu fasten. Irgendwie gehört es schon dazu. Manche Tage habe ich nicht gefastet, so wie zum Beispiel am Geburtstag meiner Tochter und Samstags wenn wir in Nord Holland sind und meine Schwägerin hat für uns alle Abendessen gekocht, beende ich mein Fasten früher. Ja, ich weiß, so gehört es sich nicht, doch ich glaube Allah versteht und ist ein liebender Gott. Diese Tage werde ich ganz sicher nachholen. Als Frau hat  man sowieso immer Tage nachzuholen.

Mit dem RAMADAN MiSS Sackerl zum orientalischen Laden zu gehen ist auch eine tolle Sache, so passend für diesen Monat finde ich.

Mittwoch, 30. Mai 2018

ACHTZEHN ....

... kaum zu glauben!

Dieses entzückende Wesen ist heute Nacht, verschollen im Träumeland, 18 Jahre alt geworden. Hat gar nicht mitbekommen, dass ich ganz leise und auf Zehenspitzen einen Luftballon nach dem anderen um ihr Bett herum befestigt habe.

Sie hat mich zur Mutter gemacht, ein Geschenk des Himmels. Ein kleines Wesen, dass zu mir gekommen ist.


Marie-Louise, mein liebster Name meiner Jugend, sie konnte gar nicht anders heißen.

Die ersten Tage, wollte ich sie gar nicht hergeben. Sie ist mein einziges Kind das im Krankenhaus zur Welt gekommen ist. Immer wurde ich von den Nonnen aufgefordert sie doch in ihr Bettchen zu legen, damit ich ein wenig Ruhe habe um mich auszurasten. Doch ich wollte nicht, konnte meinen Blick nicht von ihr abwenden und nicht genug an ihrem Köpfchen riechen.


Ihr Lachen hat mich immer verzaubert und tut es noch heute.

Es gibt so wunderschöne Erinnerungen, wie zum Beispiel, dass sie schaukelnd mir beim Kochen zu sah. Meine Mutter hatte kurz vor ihrem Tod überraschender Weise das Geburtstagsgeschenk für Marie-Louise's 1. Geburtstag gekauft. Diese Kinderschaukel in der Form eines Pferdes hing in der Küche unserer Wiener-Altbau-Wohnung und war der Koch-Ablenkungs-Hit. Das Schaukeln hat sie immer beruhigt, schon in meinem Bauch und später im Tragetuch. Im Wohnzimmer hing nämlich auch eine Schaukel die, die ersten Monate viel im Einsatz war.


Ihre ersten Schritte machte sie an ihrem 1. Geburtstag mit ihrem wunderbaren Lächeln im Gesicht.

Mit 2 Jahren hatte sie Pinsel und Wassermalfarben entdeckt. Diese Künstlerin hatte sich auf das Farbenmischen spezialisiert und ich mich auf das Wischen.

Zeichnen und malen ist noch heute ein täglicher Bestandteil ihres Lebens und sie ist absolut gut darin.

Marie-Louise wusste schon immer ganz genau was sie nicht will und ich liebte dieses starke Kind, das schreiend am Boden liegend im Supermarkt sich vergnügte. Zum Glück hatte ich gerade in diesem Moment etwas in der nächsten Reihe des Supermarktes zu suchen. Und entkam so manchmal den suchenden Blicken älterer Herrschaften, die sehr aufmerksam nach mir suchten.

Einte tolle Schwester für klein Isaac und alle anderen Kinder die dazu gekommen sind.

Im Kindergarten hat sie plötzlich ihre liebliche Stimme laut hören lassen und das Verkleiden hatte es ihr angetan. Berge erklimmen, schwimmen, Museumsbesuche und Freundinnen sehen waren unser Freizeitprogramm.

In der Volkschule hatte sie hin und wieder die Stunde unter dem Tisch verbracht. Zum Glück hatte sie eine ganz besondere Lehrerin, die schnell erkannte warum sie sich unter dem Tisch so wohl fühlte und ganz schnell war sie nicht nur eine ausgezeichnete Schülerin, sondern ein wissbegieriger Lesewurm.

Der Umzug in die Niederlande, neue Sprache, Kultur, Menschen und Familienkonstelation hat sie oft aus der Ferne betrachtet. Mit dem Sprechen hat sie sich ein bisserl Zeit gelassen, aber dann sehr königlich gesprochen.

Kaum eingewöhnt gab es wieder einen Umzug von Nord Holland nach Nord Brabant, diesmal war es schwerer und die Schulzeit nicht immer ein Schnäppchen. Besondere niederländisch hatte es ihr angetan. Doch ihre Liebe zu Büchern und dem Zeichnen blieb und hat sie manchmal in andere Welten gebracht.

Neue gute Freunde haben sich vorgestellt und sind noch heute ein wichtiger Bestandteil in ihrem Teenager-Leben.

Jedes Jahr außer im ersten Jahr der höheren Schule war sie fixe Darstellerin der Schul-Musical-Aufführung. Ob Cats, Glöckner  von Notre Dame, Sommernachtstraum ....  Marie-Louise war dabei und gut auch noch. Nächste Woche können wir sie wieder  auf der Bühne beklatschen, so wie andere Talente der Schule.


Die letzten zwei Wochen war sie mit den Abschlussprüfungen beschäftigt und wir hoffen, dass sie alle Prüfungen gut bestanden hat. Dann steht ihrem Umzug nach Wien nichts mehr im Wege.

Dank eines kleineren Autos, werde ich sie nach Wien bringen und ein paar Tage mit ihr genießen.

Aber heute, heute wird ganz groß Geburtstag gefeiert. Wie fahren ins Nachbarland, dessen Sprache uns nicht fremd ist und werden lachen, viel gehen und ganz einfach Spaß haben, nicht zu vergessen Schnitzerl essen. Ganz bestimmt!

Alles Gute zum Geburtstag meine kleine Princess Blue!

Wie schön, dass Du geboren bist, ich hätte Dich ganz sicher vermisst! Mama



Ps. Bedankt Femke Linders voor het mooie portret!

Montag, 28. Mai 2018

Im Moment fahre ich.......

.......Hochschaubahn!

Leider nicht im Wiener Wurstelprater, sondern mein Leben fühlt sich gerade so an!

Ich dachte Anfang 2018, dass das größte Ereignis in diesem Jahr der Auszug meiner Ältesten sein wird. Sie macht gerade ihre Abschlussprüfungen und wird im Sommer nach Wien zurückkehren und dort ihr Leben alleine in verschiedenen Richtungen führen. Letztes Jahr Isaac nach Wien gehen zu lassen und dieses Jahr Marie-Louise ist eine harte Sache für mein Mutterherz.

Mit dem plötzlichen und unerwarteten Tod meiner Schwiegermutter ist eine ganze Welle an Veränderungen entstanden, somit wird alles Anders.

Im Moment steht unser Haus zum Kauf und wem die Neugier geweckt hat und/oder Interesse hat schaut gleich mal vorbei! Funda

Meine Familienkutsche steht auf Marktplaats und sucht auch einen neue Familie, nur unsere Kinder sind im Moment unverkäuflich, aber wer weiß!

Das Eternhaus von Meneer van Duin wird zu Unserem!

Nachdem wir als gesamte Familie van Duin in den letzten Monaten das Haus, welches einem Museum der exquisiten Art war leer räumten ist es nun bereit für ein Makeover der ganz besonderen Art. Vom Dach bis zum Boden muss alles erneuert werden.

Die gute Dame ist nämlich aus dem Jahre 1863 und hat einige Jahre im  Dornröschenschlaf verbracht. Der Garten ist ein Fest an alten beständen an Bäumen und sogar ein Kastanienbaum steht darin. Kastanien und Flieder erinnern mich immer an Wien und ich freue mich über dieses bekannte Gesicht.

Meneer van Duin hat die letzten Wochen sehr hart gearbeitet, sowie sein Bruder und dessen Frau. Auch die Kinder und ich sind nicht tatenlos am Wegrand gestanden und somit ist es zu einem Familienprojekt geworden.

Ich bin sehr gespannt, wann unser neues Zuhause uns empfangen kann und ganz besonders wann unser Haus auf Kasteel Beeckendael verkauft ist. Mein Wunsch soll in Erfüllung gehen, dass alle 3 Kinder mit September die neuen Schulen besuchen können und somit gleich gut starten.

Es fühlt sich alles richtig und gut an, als wenn der Weg schon vorbereitet ist und wir nur einen Schritt nach dem Anderen machen müssen.

Aber zuerst wird in zwei Tagen ein ganz besonderer Geburtstag gefeiert! Auch ein Teil meiner Hochschaubahn.


Dienstag, 24. April 2018

Kedves Anyukám....


jeden einzelnen Tag der letzten 17 Jahre denke ich an Dich und wie gerne würde ich Deine Stimme hören. Wie konntest Du uns alleine lassen? Was hast Du Dir dabei gedacht? Warum hast Du dem Engel des Todes die Hand gereicht? Im Herzen fühle ich wie Du lächelst und sagt: " Aber mein Schatz, es ist doch alles gut!"

Ja, es ist alles gut und es wird weiterhin alles gut sein. Dein Beispiel hat mich geformt, Deine Kraft und Ausdauer hat mir gezeigt was alles möglich ist und Deine Liebe ist unerschütterlich.

Oh, wie sehr ich Dich liebe und wie sehr ich auf den Tag warte an dem ich wieder in Deine Arme laufen kann und Dein Mund meine Wangen küsst.

Nagyon szeretlek Anyukám!

Sonntag, 22. April 2018

Eine besondere Frau...

...Irma van Duin Marchand

Es gibt seit 8 Wochen keinen einzigen Tag an dem ich nicht an sie denke. 

Das ihr Tod mich so mitnehmen  würde hätte ich mir nicht gedacht, doch das tut es.

Die Mutter von Meneer van Duin und Oma meiner Kinder hat ihre Familie ohne ein letztes Wort ganz im Stillen und alleine verlassen und doch höre ich sie an so manchen Tagen in meinen Gedanken.

Ein paar Tage vor Erik's Geburtstag war sie von uns gegangen und mit ihrem Tod, haben wir ein neues Familienmitglied geerbt. Indy, ihre Hündin, ist zu unserem Hund geworden.

Wenn ich mit Indy spaziere und diesen kleinen flinken Beinchen nach schaue wie sie durch die Welt laufen kann ich nicht anderes als an Irma denken. Ob wir in ihrem Sinne handeln.

Ich mochte ihr Lachen so sehr. Auch war sie eine ernste, unnahbare Frau, ich war mir einige Jahre nicht sicher ob sie mich überhaupt mag, doch ihr Lachen war so jung und herzhaft. Oh ich liebe es. Wenn man durch diese Wand des, sich aufregende und klagende hindurchsah, war da ein wunderbarer schöner und sehr herzlicher Mensch. Wenn man so einen Menschen zum Freund hat, braucht man keinen anderen mehr.

Eine Frau mit der man die ganze Nacht durchplaudern konnte, Musik hören, in die Tierwelt eintauchen und ach was konnte die Frau gut kochen.

So eine leckere Minestrone werde ich nie wieder essen.

Leider behielt sie gerne jedes Rezept der verschiedenen Köstlichkeiten für sich und gab nichts preis.

Sie liebte das Exquisite an antiken Gegenstände und einige Kulturen hatten es ihr angetan. Ihr Haus war gefüllt von besonderen Statuen, Gemälden, kleinen und großen Liebhaberstücken. Zu jedem Stück gab es eine passende Geschichte. Gerne hörte ich ihr zu und bin dankbar für all das Erzählte.

Das Lesen hat sie begeistert und ihre Bücherschränke gingen über von leicht-unterhaltsamen "Literatur" bis zu Geschichtsbücher und Nachschlagewerke der Blumenwelt und Stilen der verschiendenen Epochen. Der Jugendstil hatte es ihr besonders angetan und da hat sich unser Geschmack absolut getroffen.

In den letzten Wochen habe ich einen tieferen Einblick in ihr Leben bekommen, leider ohne ihrem Beisein, doch mit ganz vielem von ihr. Oft war es schwer für mich den einen oder anderen Gegenstand in die Hände zu nehmen. Wie schwer ist es da erst für ihre beiden Sohne und einer Schweigertochter die sie seit ihrer Jugend kennt.

Ach Irma, wie dankbar bin ich Dich an Deinem letzten Geburtstag umarmt und Deine Wange gedrückt zu haben. das ich Dir sagen konnte, dass ich Dich lieb hab'. Gerne bin ich mit Dir in der Küche gestanden und hab' Dir immer wieder meine Hilfe angeboten. Doch war nie wirklich etwas zu tun, denn Du hattest alles fest im Griff. Danke für Deine Indy und wir passen gut auf die kleine resolute Dame auf.

Ich hoffe, dass Dein Cor mit seinen liebenden Armen Dich in Empfang genommen hat und Du für immer glücklich sein kannst. Du musstest ein halbes Leben auf diesen Moment warten. Wie haben Deine Augen immer wieder geleuchtet wenn Du von ihm erzählt hast.

Leb wohl, Du besondere Frau, auf ein Wiedersehen.

Ps. Bedankt Steven, voor het portret.

Donnerstag, 1. März 2018

Happy special Birthday.....

.....Darling!

My Darling,

if I would now mention the number of the years we are celebration today, you would not like it, but I will say it like this:

" Happy half century!"


I am so very happy that we are able to celebrate together, as life has show'n us just some couple days ago how quick, unexpected and quiet, without a good bye or I love you can end. Our house is filled with both, sadness and happiness at the Moment, but today we want to celebrate that you are with us, your special day, your Birthday.

For me you are the most quick thinking, honest and challenging person in the world. I love your smile and story telling with all your body language is truly yours. You make me laugh in moments that I don't find to laugh at all and make me cry when you deeply touch my heart.

Discussions, is something, (it seems like) everybody around you avoids, your  quick thinking and reasoning can't be beaten. You are the most honest man I know, you are more than correct in even the little Detail.

I chose this pick,(2008) because I fell in love with it. It did something to me and your  white shirt will be with me forever. How you put a spell on me in the first days getting to know each other in my home town, Vienna.



Your love for MV Agusta, Motor GP, Formel 1 and Dream Theater was not mine and I had to grow into it, because it is your world. I love how much pleasure you can find in those "noisy" and "smelly" pleasures. I truly love it when you come home from a fast, (speeding wise - FAST) ride and I can sence how relaxed and happy you are. I am never afraid and would never hold you back, to enjoy your pleasures of life.


It is beautiful to see, how our children are so happy when you are around. They feel, comfortable, safe and loved and for that I am very greatful. Their lifes are so filled with  special moments and happinnes. you would do everything to make them happy. 

Thank you Darling for all the nice moments that we share, for the growth that we are going through and for the deep love for each other.

I am thankful to your mother and father that their deep love brought you into this world and into my life!

Happy Birthday Darling xxx

Samstag, 9. Dezember 2017

Alles Gute....

.... zum Geburtstag!

Ich liebe dieses Bild!

Heute feiert mein ältester Sohn seinen 15. Geburtstag. Leider ohne mich und mit der besten Ersatz-Familie die es gibt.

Auf dem Foto ist meine Schwester Annemarie zu Besuch in den Niederlanden zur Geburt meines letzten Sohnes Constantin. Isaac und Annemarie hatten schon immer eine besondere Beziehung, glaubt er doch viele Jahre, sie sei seine Schwester. Noch zu Wienerzeiten hat er sich früh morgens in Ihr Bett geschlichen um ein bisserl zu kuscheln. (Annemarie hat nach dem Tod unserer Mutter all die Jahre bis zu unserem Umzug in die Niederlande bei uns gewohnt)

Ja, ich vermisse ihn, meinen tollen, äußert gut organisierten und gutaussehenden Gentlemen! 

Jeden Tag und hätte ich gewusst, dass ich nur 14 1/2 Jahre direkten Einfluss auf ihn nehmen werde, hätte ich den Gedanken bestimmt nicht ausgehalten. Gerade weil ich ihn Liebe, hab ich ihn gehen lassen. Zum Glück leben wir in einem Zeitalter, wo ohne große Schwierigkeiten Kommunikation in jeder Art stattfinden kann. Doch, da er so glücklich in Wien ist, bekomme ich ihn selten ans Ohr.

Wir sehen uns alle paar Monate und Weihnachten steht schon fast vor der Tür.

Bei meinem letzten Wienbesuch vor ein paar Wochen konnte ich mich kaum trennen, so schwer ist es mir gefallen ihn zu verlassen.


Nur zu gerne erinnere ich mich an diese ganz besondere Hausgeburt in Servitenviertel bei Kerzenschein und Chopin-Musik. Dieses kleine Wesen, dass mich ansah mit großen und wachen Augen, bereit die Welt zu erkunden. Ein wahres Geschenk und Einzigartig.

Alles Gute zum Geburtstag mein Schatz! Hab Dich unbeschreiblich lieb, Mama

Dienstag, 14. November 2017

Wien, Wien, Wien......

..... ich komme!

In zwei Tagen ist es soweit und ich freue mich!

Vor einigen Monaten, kurz vor einem Kontrollbesuch, buchte ich voll Freude und Energie einen Flug in meine Heimat. Nichts ungewöhnliches, mein Sohn lebt ja seit dem Sommer in Wien, ich bringe immer wieder meine WHAT A MiSS Kollektion nach Wien und in der Adventszeit ist es immer herrlich im Wiener-Lichterglanz.

Nicht wissend, dass dieses Flugticket mir an manchen Tagen Kraft geben wird und mich zum durchhalten auffordert. Manchmal habe ich dieses Vorhaben aber auch verflucht, den es gab mir einen Zeitrahmen vor in dem ich wieder "gesund" und Gesellschaftsfähig sein musste.

Nach der letzten unerwarteten Operation bin ich durch ein dunkles tiefes Tal gegangen und habe an so manches gezweifelt. An mir, an meinen Talenten und Fähigkeiten, an meinem Körper, an meiner Arbeit. Die Mundschutzphase war am allerschlimmsten und obwohl ich oft sehr positiv sein kann, ist der Moment des Alleinseins manchmal mein Untergang in die Negativität.

Das kennen wir doch alle!

So habe ich letzte Woche Montag mich endlich innerlich entschieden wirklich zu fliegen und Wien zu genießen! Familie und Freunde sehen, Zeit mit meinem ältesten Sohn verbringen, auf den Märkten bummeln zu gehen und natürlich zu arbeiten.

Das "Arbeiten" hat mich ein bisserl in Zeitnot gebracht und somit musste alles recht schnell gehen. Wer mehr wissen, fühlen und sehen möchte kommt ganz einfach zu meinem pre MERRY X-MiSS Abend.



Auf ein Wiedersehen in Wien!

Samstag, 4. November 2017

Und weg ....

....ist er!

Vor einer Woche habe ich meinen ältesten Sohn in die Arme geschlossen, nach 3 Monaten getrennt sein und heute am frühen Morgen verabschiedet.

Oh, wie sehr ich diesen Jungen liebe. Schon immer hat er einen ganz besonderen Draht zu meinem Herzen gehabt. Er kann mich herrlich um den Finger wickeln und ich lasse es zu. Ihn eine Woche um mich zu haben war eine ganz andere Erfahrung nach 3 Monaten Trennung.

Er hat sich verändert, ist nicht nur größer geworden und seine Stimme tiefer, sein Deutsch klingt ganz anders und es hat sich die heutige Wiener-Teenager-Sprache eingeschlichen, die ich nicht spreche, geschweige den kenne! Er macht sich Gedanken über so anderes, als zuvor!

Zum Beispiel, warum Lehrer vor Schüler/Innen rauchen und das normal ist. Was ist mit dem Vorbild welches Lehrer geben sollen? Dazu ist zu sagen, das hier kaum Raucher gesichtet werden, es kommt vor, aber selten. Und schon gar nicht am Schulen oder anderen öffentlichen Plätzen.

Warum, Türken am Fußballplatz keine Nicht-Türken mitspielen lassen und warum Türken nicht einmal fragen wenn Österreicher spielen! Sein bester Freund in den Niederlanden ist Türke und seine Familie eine wunderbare Wohlfühloase für ihn.

Warum die Mehrheit Österreichs eine Regierung wählt die nichts Gutes bringen kann und wie ein Jugendlicher wie er sich einbringen könnte. Mama, wen hast Du gewählt? 

Die Zeit die wir zusammen hatten, war gefüllt von zuhören, Stille und wunderbaren Gesprächen. Er wäre nicht mein Sohn, wäre er nicht die meiste Zeit unterwegs. Somit habe ich ihn an manchen Tagen kaum gesehen und an anderen plagte ihn die Langeweile weil seine Freunde in der Schule waren, viel Hausaufgaben hatten und lernen mussten. 

Ihn heute zum Abschied in die Arme zu schließen hat geschmerzt und ich hätte ihn am Liebsten behalten. Die egoistische Mutter in mir, die ich doch bin.

Doch sehe und spüre ich, wie gut Wien und die Menschen ihm tun und ich bin glücklich einen glücklichen Jungen zu sehen, der gerne "nach Hause" fliegt.

Manche Entscheidungen im Leben tun weh und trotzdem kann man dabei Lächeln, weil sie gut sind!

Ps. Kurz nachdem ich mich wieder in mein Bett gekuschelt hatte, kam dieses wunderbare Geschöpf zu mir mit den Worten. "Mama, ich habe hunger!"



Schönes Wochenende


Dienstag, 31. Oktober 2017

" Ik ben een ....

.....heks!"

Vor wenigen Tagen, hat ein Junge aus dem Overblijf (Mittagsschulbetreuung), gefragt, was ich da im Gesicht habe. Ich habe ein Muttermal an der linken Seite meines Kinns, das sich ein wenig abhebt. Schnell geschaltet habe ich dem Jungen sehr glaubwürdig erzählt, das dieses Muttermal ein Zeichen dafür ist, dass ich eine Hexe bin. "Ik ben een heks!"

Diese Information hat sich explosiv im Klassenzimmer verbreitet und immer wieder wurde nachgefragt, ob das auch wirklich so ist. Mit gekreuzten Fingern hinter meinem Rücken und einem Lächeln im Gesicht habe ich meine Schwindelei bestätigt.

3 mal in der Woche gehe ich als Freiwillige zum Overblijf und betreue mit einer Kollegin diese eine Klasse, im Alter von 9 Jahren, die uns sehr an unsere Grenzen treiben kann. Wir müssen immer wieder mit neuen Ideen kommen, viel Liebe geben und leider viel zu oft sehr streng sein. 

Das Streng sein mag ich gar nicht! Nicht bei meinen Kindern und schon gar nicht bei Fremden. Leider ist der Respekt uns gegenüber oft Mangelware und unsere Geduld manchmal Ausverkauft. Zum Glück haben wir Einander und das hilft immer. Wir sind ein gutes Team.

Letzten Donnerstag habe ich die Idee geboren, dass wir Halloween nützen und ich als Hexe zur Schule kommen werde. Gesagt, getan!

Zu Beginn habe ich die Kinder absolut ignoriert, als ob es etwas ganz natürliches ist als Hexe mit Spinne im Gesicht und Besen in der Hand zur Schule zu gehen.

Es war eine willkommene Abwechslung und nachdem ich ihnen erklärte, dass ich heute vergessen habe mich umzuziehen und zum Glück Halloween ist, bin ich als mein wahres Ich gekommen. (Eigentlich wäre ich lieber Prinzessin!)

Bibi Blocksberg hat mich einige Jahre als Hörspiel und Zeichentrickfilm durch meine älteste Tochter begleitet und somit bin ich in Hexensprüchen geübt und konnte die Kinder beeindrucken. Auch haben wir gemeinsam eine Hexensuppe gekocht. 

Ich habe 4 Kinder einen Kreis formen lassen und jedes andere Kind war eine Zutat die in den Kessel musste. Wir hatten Spinnen, Schlangen, Kröten, Frösche etc. und natürlich eine schwarze Katze.

Die letzten 20 Minuten im Schulhof mit all den Kindern aus der Schule hatten ihre Freude daran vor mir wegzulaufen, da ich unbedingt ihre Schuhe, Haare, Ohrringe, Nase, Augen und noch mehr haben wollte. Und sie mit dem Besen in der Hand jagte.

Als endlich der Schulunterricht eingeläutet wurde, war nicht nur die Zeit schnell vergangen, die Kinder und ich sehr glücklich, sondern wir waren alle ein wenig erschöpft und vor allem zufrieden.

Auf meinem Bakfiets ging es dann wieder nach Hause mit Hexenhut und Hexenbesen und einem triumphierenden Lächeln im Gesicht.

Heute war der Overblijf einmal ganz-anders-schön!

Ps. Ja, ich habe mich wieder erholt von meinen Operationen und genieße mein Leben ohne Mundschutz.


Freitag, 6. Oktober 2017

Meine Familie ist ......

...... einfach toll!

Im Moment lauf' ich seit mehr als 3 Wochen mit Mundschutz herum. Ich glaube es nicht wirklich Erwähnenswert zu sagen, dass ich es wirklich, wirklich, aber ganz bestimmt wirklich nicht leiden kann. Unser sonst für jeden offenes Haus ist im Moment absolut verschlossen. Freunde sind nur nach Ankündigung in unserem Haus willkommen, den es ist der einzige Ort in dem ich frei atmen kann.

2 Operationen hab ich in den wenigen Wochen durchgestanden und ich erhole mich noch immer von der Letzten. 7 oder 8 Stück in den letzten zwei Jahren und ich wünsche mir ein Ende. Ich möchte, dass es aufhört, ganz einfach aus, Ende, nichts geht mehr!

Ein kleines Wunder, ich bezeichne es so ist aber bei der letzten OP geschehen.

Ich hatte sehr große Angst, vor der letzten Kieferoperation am ersten Montag. Die große Knochentransplantation vom September 2016 ist fast abgeschlossen, es müssen nur mehr ein paar Schönheiten ausgeführt werden, doch hat sich bei einem Routinescan vor dem vorherigen Eingriff gezeigt, dass sich ein anderer Teil meines Oberkieferknochens wieder entzündet hat und die Entzündung recht groß ist. Schnell wurde ein Termin gefunden und das zwei Wochen nach der letzten OP. Mein Körper hatte kaum Zeit wieder fit zu werden. Da an dieser Stelle schon zwei mal gearbeitet wurde war die Vermutung sehr groß, dass es nicht mehr genug Knochenmaterial vorhanden ist und ich wahrscheinlich nochmals eine Knochentransplantation an meinem Oberkiefer über mich ergehen lassen muss. Schöne Aussichten! Aber, ich bin ja schon in Übung, warum diese Prüfungszeit nicht ein bisserl in die Länge ziehen, sonst wäre mir ja fad!

Es kam ganz anders als gedacht, eben ein kleines Wunder. Bei dieser OP war ich wach und das mag ich gar nicht, all diese Geräusche, mein Kopf der durch das Fräsen bewegt wird etc. Doch, weil ich wach war konnte mir der Arzt immer wieder erzählen was er macht und das finde ich absolut interessant. Auf einmal sagt er, dass sich die Entzündung ein wenig anders als vermutet hinzieht und er den Knochen und somit auch die Zähne erhalten kann. Eine innere Dankbarkeit überkam mich und ich dankte Gott für dieses Geschenk. Hielt den Rest der Zeit noch durch und war glücklich.

Es gibt keine Garantie, dass diese Knochenentzündungen nicht wieder kommen. Ich muss die nächsten Wochen wieder ohne feste Nahrung auskommen und versuche Smoothies & Juices zu genießen. Kauen wäre im Moment keine gute Sache und würde den Heilungsprozess stören, da es sich gerade "knochenmässig" ausgegangen ist. Zum Glück! Ach, und wer will schon essen!

Die Tage die ich im Bett verbracht habe hat Meneer van Duin gekocht, gewaschen, die Kinder zu Bett gebracht und viel gearbeitet und das alles so ganz nebenbei. Die Kinder unterstützen wo sie können und wollen und alles läuft wie am Schnürchen. Nachbarn und Eltern von Schulfreunden, helfen und ich raste mich so lange aus um Kraft zu tanken, wann immer es geht. Denn die brauch' ich ganz dringend.

Thanks Darling for being at my side, whenever needed! You just manage every situation!


Mittwoch, 4. Oktober 2017

Eine Reise....

....in die Vergangenheit!

Gestern hat mich dieser Fund im Internet zu Tränen gerührt. Das ist jetzt ein bisserl zu schön ausgedrückt, die Wahrheit ist, ich habe geheult!

Dieser Stolperstein (Botlatókövek) von Gunter Demnig, wurde am 22. Juli 2015 vor dem Familienhaus und ehemaligen Fabrik HUNGARIA SZIKVIZGYÁR (Sodafabrik) in der (Baro) Jósika Utca 27 in Szeged, Ungarn in den Boden verankert. 

Izidor Frankfurt, am 3. Oktober 1899 in Erkörtvélyes geboren, war ein äußerst gutaussehender, ehrlicher, liebevoller Vater und Ehemann, guter Geschäftsmann und Jude. Ja, er war Jude und genau das wurde ihm zum Verhängnis. Wahrscheinlich hatte er noch mehr Eigenschaften und Merkmale, doch habe ich ihn nie kennengelernt. Noch bevor Hitler in Ungarn einzog, weit davor, wurde er verschleppt um bei der ungarischen Armee Zwangsarbeit zu leisten. Er kam nie wieder nach Hause. Zwei Briefe gaben noch ein Lebenszeichen von ihm. Izidor ist angeblich an Fleckfieber im Arbeitslager Krenovaja im Februar 1943 verstorben. 

Izidor Frankfurt hat so scheint es, das Leben seiner Frau und Tochter gerettet. Es gab nämlich sogenannte "Listen-Juden". Angehörige von Zwangsarbeitern und der Prominenz Szegeds. Durch diese Liste wurden sie vor Ausschwitz verschont, da es der letzte Zug war der Ungarn verlies und sie nicht mit dem Töten in den Lagern nachkamen. Seine beiden Lieben kamen nach einigen "Lagerstationen" in das Arbeitslager Pohovelice und überlebten. Aber das ist eine andere Geschichte.

Ich war vor einigen Jahren mit seinem einzigen Kind in Szeged. Wir wurden von den neuen Eigentümern ins Haus eingeladen und ich durfte an den Erinnerungen der Tochter teilnehmen. Es entstand ein besonderes Gefühl in dem Haus, als sie begann über die Vergangenheit zu sprechen. Sie war ein kleines Mädchen damals. Wo welches Möbelstück stand, wo der Vater dieses, oder jenes getan hat, die Mutter, die Küche, die Haushaltshilfe, die Arbeiter in der Fabrik, Pferdestallungen, das klirren der Flaschen etc. Es war sogar noch ein Wandtresor vorhanden den ihr Vater damals einbauen ließ. 

Als ich gestern diesen Stolperstein fand, kamen alle Erinnerungen hoch und ich las in meinen Aufzeichnungen nach. Diese Familiengeschichte der Familie Frankfurt, hält mich fest und immer wieder ist es so, als würde ich in eine Richtung sanft geschubst werden. Wenn ich diesem Gefühl nachgehe, dann finde ich immer etwas. Wäre mein Ungarisch besser, dann könnte ich viel effizienter Suchen und Finden! 

BOLDOG SZÜLETÉSNAPOT! Alles Gute zu Deinem gestrigen Geburtstag!